Heuverschwendung reduzieren: So schonst Du Dein Budget und die Gesundheit Deines Pferdes
In der heutigen Zeit, in der Heu immer knapper und teurer wird, ist die Minimierung von Heuverlusten im Stall zu einer absoluten Priorität geworden. Jedes zertretene oder verschmutzte Halm Heu bedeutet einen direkten finanziellen Verlust.
Die gute Nachricht:
Die Investition in geeignete Fütterungssysteme ist keine vergebliche Ausgabe – diese Ausrüstungen
amortisieren sich extrem schnell
durch die eingesparten Raufuttermengen.
Aber der Nutzen beschränkt sich nicht nur auf Dein Portemonnaie. Eine optimierte Heufütterung hat einen direkten, sehr positiven Einfluss auf das Wohlbefinden Deines Pferdes. In der Natur verbringt das Pferd 12 bis 16 Stunden am Tag damit, kleine Mengen Raufutter langsam aufzunehmen. Die Verlangsamung der Fressgeschwindigkeit entspricht genau seinem ursprünglichen physiologischen Bedürfnis:
- Bessere Verdauungsgesundheit: Das verlängerte Kauen regelt die Speichelproduktion an. Speichel wirkt als natürlicher Puffer gegen Magensäure und senkt das Risiko von Magengeschwüren.
- Entspannung und Beschäftigung: Wenn das Pferd länger mit Fressen beschäftigt ist, beugt das Langeweile vor und reduziert das Auftreten von Unarten oder Stereotypien wie Koppen oder Weben – sowohl in der Box als auch auf dem Paddock.
In diesem Artikel erfährst Du die wichtigsten Zahlen zu den Verlusten, passende Lösungen für jede Haltungsform sowie unverzichtbare Sicherheitsvorkehrungen für Deine Pferde und Fohlen.
1. Wie viel Heu verschwendet Dein Pferd wirklich?
Heu direkt auf den Boden zu legen scheint die einfachste Lösung zu sein, ist aber auch die teuerste.
- Fütterung auf dem Boden ohne Schutz: Laut Studien der Universität Minnesota (Martinson et al., 2012) führt die Fütterung von Raufutter direkt auf dem Boden zu Verlusten von 20 % bis zu 57 % .
- Das Verhalten des Pferdes: Das Pferd sortiert sein Heu von Natur aus, indem es den Kopf schüttelt. Was um es herum auf den Boden fällt, wird schnell mit der Einstreu, den Holzspänen oder dem Matsch zertreten. Sobald das Heu verschmutzt ist, verweigert das Pferd die Aufnahme.
- Auswirkung auf Dein Budget: Bei einem Pferd, das ca. 10 bis 12 kg Heu pro Tag frisst, bedeutet eine Verschwendungsrate von 30 % mehr als 1 Tonne verloren gegangenes Heu pro Jahr und Pferd .
2. Passende Lösungen für jede Haltungsform
In der Einzelbox
In der Box beschwert das mit der Einstreu vermischte Heu den Mist und erhöht den Arbeitsaufwand beim Ausmisten deutlich.
- Das Heunetz oder der Heusack (Slow Feeder): Fest an der Wand oder am Boxengitter montiert, reduziert ein Heunetz die Verluste auf unter 5 % bis 8 % (Glunk et al., 2014). Es verlängert die Fresszeit, fördert die Speichelbildung und schützt den Magen.
- Der Eckheuraufe: Eine sehr robuste Lösung, um das Heu sauber in einer Ecke der Box zu halten, ohne dass es sich mit der Einstreu vermischt.
- Auf hauptner.ch: Du findest eine grosse Auswahl an engmaschigen Heunetzen (Maschenweite 3 cm bis 5 cm), verstärkten Heusäcken zum einfachen Befüllen sowie Eckheuraufen für die Box aus Metall oder bruchsicherem Kunststoff.
Auf der Weide und im Paddock
Auf der Weide oder im Paddock beschleunigen Bodenfeuchtigkeit, Matsch und Wind den Verderb des Raufutters.
- Die Weideraufe mit Dach: Unverzichtbar, um Rund- oder Quaderballen vor Regen und Schnee zu schützen. Das Dach verhindert das Schimmeln und Faulen des Heus.
- Das Rundballen-Heunetz: Wenn Du die gesamte Balle mit einem grossen Heunetz überziehst, bevor Du sie in die Raufe stellst, können die Pferde keine grossen Maulvoll Heu herausziehen und auf den Boden fallen lassen.
- Auf hauptner.ch: Entdecke unsere verzinkten Weideraufen mit Sicherheits-Fressgittern sowie unsere wetterfesten Rundballennetze .
Im Offenstall und in der Gruppenhaltung
Die Heufütterung in der Gruppe erfordert besondere Aufmerksamkeit, um Unruhe und Rangkämpfe zu vermeiden.
- Mehrere Fressplätze anbieten: Plane immer mehr Fressplätze als Pferde ein (z. B. 4 Fressplätze für 3 Pferde), damit ranghohe Tiere die rangniedrigeren nicht dauerhaft vertreiben.
- Wandraufen oder Fressgitter: Die Montage von Fressgittern an den Wänden kanalisiert den Zugang zum Heu und hält den Laufbereich sauber.
- Auf hauptner.ch: Wir bieten grossformatige Wandraufen und modulare Trennabsperrungen für die optimale Gestaltung Deines Offenstalls.
3. Sicherheit und Vorsichtsmassnahmen: Achtung bei Fohlen!
Der Einsatz von Heunetzen und Raufen ist zwar ideal zum Einsparen von Heu, erfordert aber je nach Alter und Verhalten Deiner Pferde einige wichtige Sicherheitsregeln.
Spezifische Risiken für Fohlen und Jungpferde
- Hängenbleiben mit den Hufen: Fohlen legen sich gerne hin oder scharren mit den Vorderbeinen. Ein zu tief aufgehängtes oder zu grossmaschiges Heunetz birgt ein hohes Risiko, dass sich ein Huf verfängt, was zu schweren Verletzungen führen kann.
- Gebiss im Wachstum: Bei sehr jungen Fohlen können extrem kleine und harte Maschen zu Frustration führen oder ungeeignet für die Milchzähne sein.
- Einklemmen des Kopfes in der Raufe: Bei Weideraufen muss der Abstand zwischen den Stäben so gewählt werden, dass ein Fohlen den Kopf nicht komplett durchstecken und sich einklemmen kann.
Wichtige Sicherheitsregeln
- Aufhänghöhe: Bei Fohlen oder beschlagenen Pferden muss sich die Unterkante des leeren Heunetzes immer oberhalb der Brusthöhe des Pferdes befinden.
- Beschlagene Pferde: Vorsicht bei Stollen und Hufeisen – sie können sich leicht in den Maschen eines tief hängenden Netzes verfangen.
- Regelmässige Kontrolle: Überprüfe das Material regelmässig auf Beschädigungen an Seilen, Karabinern und Befestigungen.
Übersicht: Welches System passt zu Dir?
|
Haltungsform |
Empfohlene Ausrüstung |
Reduktion der Verschwendung |
Hauptvorteil |
|
Box |
Heunetz / Eckheuraufe |
-80 % bis -90 % |
Saubere Einstreu & langsame Verdauung |
|
Weide / Paddock |
Überdachte Raufe + Ballennetz |
-70 % bis -85 % |
Schutz vor Regen, Schnee und Matsch |
|
Offenstall |
Mehrere Wandraufen |
-60 % bis -80 % |
Ruhe in der Gruppe & entspannte Futteraufnahme |