Schafe & Ziegen richtig füttern: So optimierst du Gesundheit, Laktation und die Alpzeit

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Ziegen auf einer alpinen Weide in der Schweiz vor Berggipfeln; eine Ziege im Vordergrund blickt direkt in die Kamera, während andere auf einem Pfad im saftigen Gras unter bewölktem Himmel ruhen.png

Der Erfolg in der Ziegen- und Schafhaltung basiert auf einer präzisen Ernährungsstrategie, die an die einzigartigen physiologischen Bedürfnisse dieser Tiere angepasst ist. Eine ausgewogene Ernährung ist die unverzichtbare Säule, um ihre Gesundheit zu garantieren, eine optimale Milchproduktion zu fördern und die Vitalität von Lämmern und Gitzi sicherzustellen.

Die Basis: Rohfaser als Motor des Pansens

Das Verdauungssystem kleiner Wiederkäuer ist darauf ausgelegt, Raufutter effizient zu verwerten. Hochwertige Rohfaser (Heu, Silo, Gras) ist das unverzichtbare Fundament. Eine angemessene Struktur erhält den pH-Wert im Pansen aufrecht und beugt Stoffwechselstörungen wie Acidose vor.

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Richtwerte für den Tagesbedarf (in Trockensubstanz - TS)

Der Bedarf variiert je nach physiologischem Stadium. Für ein erwachsenes Tier (60–70 kg) gelten folgende Richtwerte:

Physiologisches Stadium

TS-Bedarf (kg/Tag)

Typische Zusammensetzung

Erhaltung (Ruhephase)

1,2 – 1,5 kg

Futter zur freien Verfügung

Ende der Trächtigkeit

1,5 – 1,8 kg

Futter + energetische Ergänzung

Laktation (Peak)

2,0 – 2,5+ kg

Futter + Leistungsfutter

Hinweis: die Trockensubstanz entspricht der Nahrung ohne Wasser. Bei frischem Gras (sehr feucht) ist das Bruttogewicht deutlich höher.

Management von Zyklen und Ablammung

Der Bedarf schwankt erheblich:

  • Vorbereitung auf die Geburt: Das fötale Wachstum begrenzt die Aufnahmekapazität. Die Energiedichte muss erhöht werden, um eine Trächtigkeits toxikose zu vermeiden.
  • Laktationspeak: Die Milchbildung ist sehr energieaufwendig. Ein Mangel in dieser Phase führt zu einem sofortigen Rückgang der Produktion und einer Abmagerung der Muttertiere.
  • Umstellung: Jede Fütterungsumstellung (besonders vor der Geburt oder dem Austrieb auf die Weide) muss schrittweise über 10 bis 15 Tage erfolgen, damit sich die Pansenflora anpassen kann.

Besonderheiten der Sömmerung (Alpzeit)

Die Alpzeit stellt eine Herausforderung und eine Chance dar. Auch wenn das Gras dort oft reichhaltig ist, erhöhen die körperlichen Bedingungen (Höhenunterschiede, Temperatur) den Erhaltungsenergiebedarf:

  • Adaptation: Der Aufstieg auf die Alp muss schrittweise erfolgen. Ein zu plötzlicher Weidegang auf sehr jungem Gras kann zu Durchfall oder Mineralstoffmangel führen.
  • Die Rolle der Mineralstoffe: Auf der Alp ist die Zufuhr von Spurenelementen (Salz, Kupfer, Selen je nach Region) entscheidend. Umweltstress und körperliche Anstrengung erfordern eine konsequente Mineralstoffergänzung.
  • Wasser: Der Zugang zu Wasser ist in der Höhe oft der limitierende Faktor. Ein durstiges Tier frisst weniger, was direkt die Milchleistung und die Körperkondition beeinträchtigt.

Massgeschneiderte Lösungen

Um deine Tiere in diesen Schlüsselphasen (Laktation, Überwinterung oder Vorbereitung auf die Alp) zu unterstützen, helfen spezifisch formulierte Ergänzungsfuttermittel, Lücken im Grundfutter zu schliessen:

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⁠Expertenrat: Die Beurteilung der Körperkondition (Body Kondition Score) ist dein bester Indikator. Wenn deine Schafe oder Ziegen während der Laktation zu viel Gewicht verlieren, warte nicht bis zum Ende der Saison, um die Ration anzupassen. Eine regelmässige Mineralstoffzufuhr und der Zugang zu sauberem Wasser sind die zwei Faktoren, die die leistungsstärksten Herden auszeichnen.