Die Martinsgans: Ein Vorzeigeprodukt der extensiven Aufzucht und des Terroirs
Die «Martinsgans» ist weit mehr als nur ein festliches Geflügel: Sie ist ein Ausnahmeprodukt, dessen Nachfrage stetig wächst – sowohl in der Deutschschweiz als auch in der Romandie. Um eine fleischige und schmackhafte Gans aus der Region (Terroir) anzubieten, ist die extensive Freilandhaltung der Königsweg. Sie ermöglicht es den Tieren, die Weideflächen optimal zu nutzen und dabei ein festes, authentisches Fleisch zu entwickeln.
Der Produktionskalender: Vorausschauend planen für St. Martin
Um Gänse bereits vor dem 11. November vermarkten zu können, muss die Planung schon im Frühling beginnen. Ein hochwertiger Aufzuchtzyklus dauert etwa 22 bis 24 Wochen:
- Mitte Mai bis Anfang Juni: Ankunft der Gössel. Die ersten Wochen verbringen sie in einem beheizten Kükenstall mit proteinreichem Starterfutter.
- Juli bis September: Auslauf auf die Weide. Dies ist die Phase des extensiven Wachstums, in der Gras die Hauptnahrung darstellt.
- Oktober: Endmastphase. Die Ration wird verdichtet, um die Fettabdeckung und Zartheit des Fleisches zu gewährleisten.
- Ende Oktober bis Anfang November: Schlachtung und Vermarktung, damit die Gänse ab der ersten Novemberwoche auf den Verkaufsständen oder direkt ab Hof erhältlich sind.
Das Ernährungsgleichgewicht: Gras und Getreide
Die Gans ist ein exzellenter Pflanzenfresser. Ihre Fähigkeit, Grünfutter zu verwerten, macht sie zu einer idealen Art für die Freilandhaltung:
- Die Weide: Ständiger Zugang zu frischem, hochwertigem Gras senkt die Futterkosten und verbessert das Nährwertprofil des Fleisches.
- Die Getreideergänzung: Gras allein reicht nicht aus, um eine Schlachtgans zu erhalten. Eine tägliche Zuteilung von Getreide (Weizen, Hafer, Gerste) sichert das Wachstum und erhält den Körperzustand.
- Die Endmast: Während der letzten vier Wochen wird die Zugabe von Mais empfohlen. Die Stärke fördert jene leichte Unterhautfettablagerung, die die Haut beim traditionellen Kochen knusprig macht.
Tierwohl und Umwelt: Die Schlüssel zur Qualität
Für eine erfolgreiche Freilandganszucht müssen einige technische Parameter beachtet werden:
- Sicherheit: Die Ausläufe müssen eingezäunt sein und die Gänse nachts in Sicherheit gebracht werden, um sie vor Raubtieren zu schützen.
- Zugang zu Wasser: Auch wenn ein Teich nicht zwingend notwendig ist, muss die Gans ihren Kopf und Hals unter Wasser tauchen können, um ihr Gefieder und ihre Augen zu pflegen.
- Grit: Um Gras und Getreide im Muskelmagen effektiv zu zermahlen, ist die Bereitstellung von kleinen Steinen oder Grit unerlässlich.
Lösungen für eine erfolgreiche Aufzucht
Um deine Gänse vom Start bis zur Endmast zu begleiten, garantiert eine ausgewogene Ernährung regelmässige Ergebnisse:
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Mit einem frühen Start ab Mai und einer sorgfältigen Endmast mit Getreide bietest du deinen Kunden ein authentisches Produkt aus der Region.
Die Martinsgans ist eine hochwertige Aufwertung der Schweizer Aufzucht, die althergebrachte Tradition mit dem Respekt vor dem natürlichen Rhythmus des Tieres verbindet.