Inhalator für Pferde: Anwendung und Kaufempfehlung
Inhalatoren zerstäuben heilsame Flüssigkeiten und Substanzen in winzige Partikel, die tief in den Atmungs-Trakt des Pferdes eindringen und sich dort wohltuend und heilend auf die Lungenschleimhaut, Bronchien und andere Atemwegsorgane auswirken.
Für Pferde gibt es verschiedene Modelle, die entweder direkt auf dem Kopf getragen werden oder Flüssigkeiten im Umfeld des Tieres vernebeln.
Funktion eines Inhalators
Die Technik der Geräte sieht vor, Flüssigkeiten in einen feuchten Nebel zu verwandeln.
Als heilsame Substanzen kommen Kochsalzlösungen, Kräuterlösungen, Cortison oder andere Medikamente zum Einsatz.
Manche Gerätetypen wie der nutzen Ultraschall, um Flüssigkeiten in nebelfeine Tröpfchen zu zerlegen. Das Gerät erzeugt in einer Kontaktflüssigkeit eine Schwingung, die anschließend auf den Inhalt übertragen wird. Die Schwingungen sind dazu in der Lage, die Flüssigkeit in feinste Partikel zu zerstäuben.
Diese Technik gilt derzeit als die beste.
Andere Hersteller und Gerätetypen nutzen eine fein gelochte Membran beziehungsweise ein Mesh-Gewebe, um den Nebel zu erzeugen. Bei dieser Technik wird der Inhalt durch die Membran gedrückt und dadurch in Partikel zerlegt. Die Größe der Tröpfchen ist bei diesen Geräten von der Größe der Membranlöcher abhängig.
Beide Arten von Inhalatoren funktionieren mit Kochsalzlösung, Cortison und anderen wasserlöslichen Medikamenten gleichermaßen.
Für ätherisch-ölige Substanzen, schwere Salz-Sole oder auch spezielle Medikamente ist die Mesh-Technik weniger geeignet. Die winzigen Poren würden verstopfen und die Leistung des Gerätes deutlich drosseln.
Die dritte Variante stellen freie Vernebler dar, welche die Luft im Umfeld des Pferdes mit Salz oder ätherischen Substanzen anreichern. Bei dieser Art der Vernebelung kann viel Wirkstoff verloren gehen. Solche Geräte eignen sich für Pferde, die den Inhalator auf dem Kopf nicht akzeptieren.
Die Größe der Partikel entscheidet
Die Größe der Wasser- und Stoffpartikel entscheidet, wie tief die Wirkstoffe in die Lunge gelangen. Der Nebel besteht aus winzig kleinen Wassertröpfen sowie den darin gelösten Wirkstoffen des Inhaltes.
Partikel über 5 μm setzen sich aufgrund ihrer Masse insbesondere in den vorderen Atemwegen ab. Sie wirken damit gut bei Erkrankungen in diesem Bereich, aber nicht im tieferen Lungengewebe.
Direkt in der Lunge wirken Partikel von 1 bis 5 μm nachweislich am besten.
Partikel unter 0,5 μm geraten oft gar nicht weiter in die Atemwege und werden schnell wieder ausgeatmet.
Generell gelangt meistens nur ein Bruchteil von 5 bis 7 % des gesamten Inhalts in die tiefen Atemwege. Dieser Schwund ist normal und bei den meisten Geräten einkalkuliert. Gute Inhalatoren für Pferde sind daher auch so gebaut, dass die Vernebelung direkt vor der Nase stattfindet, wo das Tier eine große Menge des Nebels einatmet. Vernebler, die Wasserdampf in der Box oder in der freien Luft freisetzen, sind vergleichsweise weniger effektiv.
Jedes Gerät erzeugt ein leicht verschiedenes Spektrum an Tröpfchen- und Partikelgrößen.
Inhalatoren für den Human-Bereich geben die Größe der Partikel in MMAD (mass median aersol diameter) an. Liegt der MMAD bei 5 μm, bedeutet das in der Praxis, dass rund 50 % der Teilchen kleiner oder gleich groß wie 5 μm sind.
Bei welchen Pferden und Krankheiten eignen sich Inhalatoren?
Alle Atemwegserkrankungen bei Pferden können mit Inhalationen therapiert werden:
- Infektiös, allergische, akute oder chronische Beschwerden.
- Erkältungen und Lungeninfekte.
- Heustauballergien.
- Andere Allergien, die mit Atemwegsbeschwerden einhergehen.
- Dämpfigkeit.
- COB.
- Pferdehusten.
- Und weitere.
Die Inhalation ähnelt der Verabreichung eines Medikamentes – egal ob naturheilkundlich oder chemisch-pharmazeutisch. Nur werden die Wirkstoffe nicht eingenommen oder gespritzt, sondern landen über den Vernebler direkt auf den Schleimhäuten der Atemwege.
Von dort werden sie ebenfalls in den Blutkreislauf aufgenommen beziehungsweise verteilen sich effektiv über die Blutbahnen der Schleimhäute in Nase, Luftröhre und Lungen.
Die Anwendung eines Inhalators sollte im Einzelfall mit dem Tierarzt besprochen werden. Viele Medikamente für die Vernebelung sind verschreibungspflichtig. Dennoch erzielen Anwender selbst bei schlimmsten Erkrankungen oft die besten Erfolge mit einfachen Inhalten wie Kräutertees (Kamille, Spitzwegerich) oder Kochsalzlösung.
In diversen Studien konnten mit Inhalatoren Erfolgsquoten von bis zu 80 % bei allen Arten von Atemwegsinfekten bei Pferden erreicht werden. Bedingung ist jedoch die regelmäßige Anwendung.
Was zeichnet einen guten Inhalator aus?
Gute Pferde-Inhalatoren sind Markenprodukte mit Garantie und durchdachter Technik.
Die Inhalatoren sollten gut zerlegbar und zu reinigen sein. Sie müssen bequem am Pferdekopf sitzen – oder müssen im Falle freier Vernebler sicher stehen und dürfen das Pferd nicht in irgendeiner Weise gefährden.
Die hochwertigsten Vernebler arbeiten mit Ultraschall. Dank dieser Technik lassen sich Partikel in allen relevanten Größen erreichen und das Pferd hat den meisten Nutzen von der Therapie.
Akkutechnologie ist in diesem Fall einfacher und sicherer als netzgebundene Geräte.
Die besten Geräte haben ihren Preis, der sich durch die Qualität der Bauteile und durch die Vernebelungstechnik rechtfertigt. Da Inhalationen sonst unreitbare Vierbeiner wieder fit machen und Halter sich oftmals viele Tierarztkosten sparen können, macht sich die Investition in ein hochwertiges Gerät in der Regel schnell bezahlt.
Tun sich Haltergemeinschaften oder mehrere Besitzer von Allergikerpferden zusammen, können die Anschaffungskosten geteilt werden.
Wie reagieren Pferde auf Inhalatoren?
Die Geräte sehen anfangs etwas gewöhnungsbedürftig aus und selbstverständlich müssen Pferde an das Gerät und die Geräusche gewöhnt werden.
Da Allergiker und andere Pferde mit Atemproblemen durch die Anwendungen oft eine deutliche Erleichterung spüren, lassen sie die Prozedur nach der Eingewöhnungszeit über sich ergehen – einige Pferde genießen das Inhalieren sogar.
Fazit
Inhalationen sind eine sehr einfache und effektive Behandlungsmöglichkeit bei chronischen und akuten Atemwegsinfekten. Die Anwendung ist meistens sehr einfach und die Investition zahlt sich insbesondere bei Allergikern oder in Haltergemeinschaften schnell aus.