Herdenschutz & Weidezaun-Guide
Ein regelkonformer Herdenschutz gemäss BAFU (Jagdverordnung JSV) und den Richtlinien von
Herdenschutz Schweiz
verlangt am gesamten Zaunstrang eine Mindestspannung von
3.000 V bis 4.000 V
sowie eine Mindesthöhe von
90 cm für den Grundschutz
welcher jedoch alleine nicht für den Wolf reicht (für Wolfabwehr werden 105cm und höher benötigt). Entscheidend für den Schutzerfolg sind gezielt ausgewählte Produkte und ein einwandfreier Zaun.
1. Die wichtigsten Hauptner-Produkte im Praxiseinsatz
- Hauptner FlexiNet Swiss : Die blau-weisse Signalfarbe erzeugt maximale Kontraste, die von Wölfen und Schwarzwild auch bei Dämmerung frühzeitig erkannt werden. Das FlexiNet Swiss entspricht einem Standardnetz und hat dafür aber alle 17.5cm eine vertikale Litze anstatt starre Strebe.
- Hauptner Wolfnet Vario : Das Wolfnetz kommt auch in Blau/Weiss in einer Höhe von 108 cm. Das Wolfnetz besitz alle 30cm eine starre Kunstoffvertikale und gibt dem Netz gewünschte stabilität. Die Zaunlitzen sind alle geflochten , entsprechend ist mehr Leitdraht an der Oberfläche was sich wiederum mit einem besseren Kontakt zum Tier auszahlt. Durch die geflochtenen Litzen ist auch die Zerreisrestistenz höher . Das Wolfnetz eignet sich besonders auch in schlecht erdbaren Gebieten, da der Zaun ein Plus/Minus-Konzept hat und man den Zaun auch ohne Erdung betrieben kann.
- Primaflex Swiss : Das Primaflex Swiss ist auch in Blau/Weiss und 2 Höhen verfügbar. Es ist das Standardnetz mit starren vertikalen Streben alle 30 cm. Entsprechend hängt es im hügeligen Terrain weniger . Auch eignet sich dieses Netz bei Weiden mit Schneefall und oder höheren Niederschlagsmengen im Winter besser als das Flexinetz.
- Primaflex Alpin : Spezialnetz mit festen Vertikalstreben alle 30 cm in Kunststoff auch in Blau/Weiss und 3 Höhen verfügbar. Verhindern das Durchhängen in unebenem oder alpinem Gelände und garantieren besseren Untergrabungsschutz als ein herkömmliches Netz. Besonders, es hat weniger horizontale Litzen und steht entsprechend zuverlässiger mit weniger Gewicht und Angriffsfläche für Wind, Schnee und Wetter .
Hauptner Weidezaungeräte (Solar-, Netz- & 12V-Akkugeräte)
Leistungsstarke Impulsgeber mit hoher Entladeenergie (mind. 3 Joule für die Wolfsabwehr erforderlich, besser 4 Joule und mehr), um Spannungsabfälle durch Pflanzenbewuchs auszugleichen.
- Bis 10 Netze empfehlen wir 4 Joule Entladeenergie und mehr
- Bei 10-20 Netzen empfehlen wir 7 Joule Entladeenergie und mehr
- Bei 20 und mehr Netzen empfehlen wir 10 Entladeenergie Joule und mehr
Digitale Weidezaunprüfer & Zaun-Kompasse:
Unerlässliche Messwerkzeuge zur täglichen Kontrolle der Hütespannung (> 3.000 V am Zaunende), zur schnellen Fehlersuche und zur Durchführung des Erdungstests.
2. Erdung richtig installieren & prüfen
Unzureichende Erdung ist Ursache Nr. 1 für Spannungsverluste. So stellen Sie den Stromrückfluss sicher:
- Erdstäbe setzen: Dem Zaungerät entsprechen bis zu 5 Erdstäbe empfohlen. Grundsätzlich bis 4 Joule reicht 1 Erdstab, ab 4 Joule Entladeenergie 1-3 und ganz schlagstarke Geräte benötigen bis zu 5 Erdstäbe. Erdstäbe immer möglichst an feuchten, schattigen Orten tief in den Boden einschlagen. Bei mehreren Erdstäben dies im Abstand von 1 m machen.
3. Profi-Tipps für den Zaunaufbau & Betrieb
- Keine Knoten im Leitermaterial: Verknüpfte Litzen oder Bänder unterbrechen den Stromfluss drastisch. Nutzen Sie ausschliesslich mechanische Hauptner-Litzenverbinder oder Bandverbinder, um den Widerstand minimal zu halten.
- Geländeanpassung bei Senken: In muldenreichem Gelände die Pfahlabstände verringern und Zusatzpfähle (z. B. Unterstützungspfahl) setzen. So verhindern Sie, dass Raubwild unter dem Netz durchschlüpft. Am wichtigsten ist dass das Netz immer schön gespannt ist.
- Optischen Schutz nachrüsten: Bei hohem Wolfsdruck Flatterbänder oder blaue Breitbandlitzen anbringen, um eine zusätzliche optische Barriere zu schaffen. Noch besser eignen sich Foxlight / Blitzlichter , welche blinken.
4. Praxis-Checklisten
Material-Planung vor dem Kauf auf Hauptner
- Weidezaungerät: Passende Entladeenergie der Zaunlänge angepasst und gewählt?
- Netze / Zäune: Zaunhöhe und Farbe ( Blau/Weiss für höchste Kontrastwirkung) berücksichtigt.
- Erdungsmaterial: Ausreichend Erdstäbe und Erdkabel eingeplant?
- Verbinder & Zubehör: Litzenspanner, mechanische Verbinder, Unterstützungspfähle und Eckisolatoren zur Stabilisierung gewählt?
- Messgerät: Digitaler Zaunprüfer oder Zaunkompass zur regelmässigen Kontrolle im Warenkorb? TIPP: Die smarten Geräte von Ako zeigen dir jederzeit die Echtzeitspannung direkt auf dein Smartphone, bei Unterschreitung der von dir festgelegten Mindestspannung bekommst du direkt eine Push Benachrichtigung. Zudem lassen sich die Geräte direkt über dein Smartphone/Browser fernsteuern.
Aufbau & Inbetriebnahme vor Ort
- Zauntrasse vorbereiten: Bewuchs im Zaunverlauf ausmähen, um Stromableitungen von Beginn an zu verhindern.
- Erdung setzen: Erdstäbe an feuchter, schattiger Stelle tief im Boden platzieren und fest verschrauben.
- Netz / Zaun spannen: Eckpfosten stabil verankern, damit die Netze straff stehen und nicht durchhängen.
- Stromkreis prüfen: Gerät anschliessen und den Erdungstest durchführen (Sollwert am Erdstab: möglichst 0 Volt , max. 1.0kV).
Tägliche Wartung & Sicherheitsroutine
- Spannungsmessung: Liegen am Zaunende durchgehend mindestens 3.000 V bis 4.000 V an?
- Bodenkontrolle: Gibt es Lücken oder Untergrabungsstellen am Boden?
- Bewuchskontrolle: Drückt hohes Gras oder Gestrüpp auf die unteren Litzen?
- Geräte-Check: Ist die Batterie/Akkuleistung bzw. die Solar-Ladefunktion des Weidezaungeräts einwandfrei?
Bist du bereit für die Herbstweide? - Wir bei Hauptner bieten dir was du brauchst!