Tipps & Tricks - woraus besteht ein Weidezaunsystem?

Von Hauptner


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Das Herzstück jeder elektrischen Zaunanlage ist das Elektrozaungerät. Dieses ist zum einen mit der Erde verbunden (Erdung), zum anderen mit dem Leitermaterial des Zauns. Das Elektrozaungerät erzeugt regelmässig Hochspannungsimpulse, sodass zwischen Erde und Zaunleitermaterial eine Spannung anliegt. Sobald ein Tier (oder auch Mensch, Bewuchs oder ähnliches) eine Verbindung zwischen Erde und Zaunleitermaterial herstellt, wird der Stromkreis geschlossen. Dies bedeutet, es fliesst ausgehend vom Elektrozaungerät, durch das Zaunleitermaterial, durch das Tier und schliesslich über die Erde und dem Erdungspfahl zum Gerät zurück ein Strom, der als unangenehm empfunden wird (Stromschlag) und zur gewünschten Abschreckung führt.


Das Elektrozaungerät erzeugt regelmässige Stromstösse. Diese Impulse sind abschreckend, aber für Mensch und Tier ungefährlich, da sie nur sehr kurzzeitig auftreten. Der Impuls tritt nur etwa alle 1,3 Sekunden auf mit einer sehr kurzen Zeit im Millisekundenbereich. Dennoch ist eine Berührung unangenehm, so dass der gewünschte Abschreckungseffekt entsteht. 


Das Tier schliesst also den Stromkreislauf. Über die Erde und den Erdpfahl wird der Strom zum Elektrozaungerät zurückgeführt. Sie müssen also keinen in sich geschlossenen Zaun erstellen, sondern können diesen beliebig enden lassen. Da der Stromimpuls nur kurzzeitig auftritt, wird sich das Tier bei Zaunberührung erschrecken und zurückweichen.


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3 Faktoren entscheiden über die optimale Funktion Ihres Elektrozaunes


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1. Die Leitfähigkeit der Zaundrähte


Zaunleiter müssen gut leitfähig, reissfest und witterungsbeständig sein, eine gute Sichtbarkeit kann die Wirkung erhöhen und ist für Pferdezäune zwingend erforderlich. Als Zaunleiter werden glatte verzinkte Eisendrähte oder Aluminiumdrähte verwendet. Für Mobilzäune eignen sich auch Drahtlitzen oder leitfähige Kunststofflitzen, -seile, -bänder sowie -netze. Der Widerstand von Kunststofflitzen, -seilen und -bändern kann sehr unterschiedlich sein. Gut leitfähige Litzen (niedriger Widerstand) oder Bänder haben einen spezifischen Widerstand unter 1 Ω/m, schlecht leitfähige (hoher Widerstand) können dagegen mehr als 10 Ω/m erreichen, wodurch schon bei mittleren Zaunlängen (etwa 1 km) selbst leistungsstarke Geräte unwirksam werden. 


Bei zunehmender Belastung durch Bewuchs reduziert sich die maximal mögliche Zaunlänge deutlich.


2. Die Erdung 


Der Elektrozaun ist ein Kreislaufsystem, in dem Strom fliesst. Der Strom, der durch den Draht, das Tier und durch Grasbewuchs in den Boden fliesst, muss über die Erdstäbe zum Gerät zurückfliessen. Da der Boden, vor allem wenn er trocken, sandig oder steinig ist, den Strom schlecht leitet, kommt es darauf an, die Erdung ausreichend zu dimensionieren, damit das Gerät seine volle Leistung entwickeln kann. 


① Für fest installierte Netz- und Akkugeräte genügen meist 3 Erdstäbe (von 1 bis 2 m Länge). 

② Bei tragbaren Akkugeräten sollte mindestens ein Erdstab von 1 m Länge verwendet werden. Bei trockenen Verhältnissen sind zusätzliche Stäbe zu empfehlen. 

③ Achten Sie darauf, dass alle Verbindungen geschraubt sind. 

④ Alle Teile des Erdungssystems sollten feuerverzinkt sein – Rost isoliert! 

⑤ Überprüfen Sie die Erdung Ihres Weidezaungerätes regelmässig.


3. Das Elektrozaungerät 


Ein leistungsfähiges Elektrozaungerät ist die Basis für die Versorgung Ihres Elektrozaunes mit Strom. Die Leistung eines Weidezaungerätes wird in Joule angegeben. 4 Faktoren spielen für die Geräteauswahl die entscheidende Rolle: 


① Bewuchsbelastung am Zaun 

② Die Zaunlänge bzw. Anzahl der Drähte 

③ Die Tierart 

④ Die Stromquelle 9 V / 12 V oder 230 V